Landwirte als Energiewirte

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Erneuerbare Energien - also Strom und Wärme aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme - haben auch im Appenzellerland ein grosses Potenzial. Dies ist besonders in der Landwirtschaft der Fall. Als Energiewirte eröffnen sich zahlreiche Chancen für Nebenerwerbe.

Die folgenden Punkte und Links dienen interessierten Personen, sich in die einzelnen Themenfelder einzuarbeiten.


Energie-Effizienz

Mit Effizienz-Massnahmen und Energie-Sparen kann am Meisten erreicht und am Meisten Geld gespart werden. Kennen Sie Ihren Energieverbrauch?


Solarstrom (Photovoltaik)

Solarstrom-Anlagen haben in Rehetobel zur Erzeugung elektrischer Energie das grösste Potenzial. Bereits die 25 grössten Dächer (vorwiegend in der Landwirtschaft) würden ausreichen, um 10% des Rechtobler Strombedarfes zu decken.

Solarstromanlagen auf grossen Dächern in der Landwirtschaft


Solarwärme (Solar-Kollektoren für Warmwasser und/oder Heizungsunterstüzung)

Solarkollektoren ermöglichen Dank hohem Wirkungsgrad mit kleinen Flächen viel zu erreichen. In Kombination mit Holzheizungen ist dies bei uns besonders interessant.


Biomasse

Ob Holz, Gras, Sträucher, Gülle, Mist, Schlachtabfälle oder Speisereste- überall steckt Energie drin, letztendlich in Form umgewandelter Sonnenenergie. Für die Nutzung von Biomasse gibt's nebst der traditionellen Stückholzheizung diverse interessante Verfahren mit viel Potenzial, auch in Rehetobel. Wird in einer Anlage beispielsweise Biogas produziert, kann damit direkt mit einem kleinen Blockheizkraftwerkt Strom erzeugt werden. Und die Abwärme kann zusätzlich genutzt werden.

In Rehetobel gibt’s ein beachtliches Potenzial für Biogas-, besonders dann, wenn einige Landwirte eng zusammen mit Vertretern der Gemeinde arbeiten.


Windkraft

Das Potenzial für Windkraft ist in Rehetobel zwar nicht so hoch wie beispielsweise im Jura- darf aber dennoch nicht klein geredet werden. An exponierten Lagen wären kleinere Windenergieanlagen denkbar- das tatsächliche Potenzial müsste jedoch mit Messungen nachgewiesen werden.

Link zu Windpotenzialkarte der Schweiz

Stellt Planungsgrundlagen, Daten und Hilfsmittel rund um die Windenergie zur Verfügung
SwissÉole im Auftrag des Bundesamtes für Energie


Klein-Wasserkraft

Kurz nachdem die Goldach das Rechtobler Gemeindegebiet verlässt, erzeugt ein Klein-Wasserkraftwerk zwischen Aachmühle und Goldach ca. die Hälfte des Rechtobler Strombedarfs. Bachaufwärts ist zwar das Potenzial viel kleiner- aber trotzdem nutzbar. Besonders an denjenigen Stellen, wo früher eine Sägerei, Mühle oder Bleiche stationiert war.


Solarstromanlagen auf grossen Dächern in der Landwirtschaft

Landwirtschaftlich genutzte Gebäude haben oft grosse Dachflächen, die sich perfekt für grössere Solarstrom-Dachanlagen eignen. Landwirte haben dabei mehrere Möglichkeiten, aktiv zu werden und vom eigenen grossen Dach zusätzlich zu profitieren.


Die folgenden Schritte zeigen auf, wie die eigenen Möglichkeiten einfach geprüft werden können:


Schritt 1: Potenzial und grobe Kosten abklären

Dank dem SolAR-Kataster kann das geschätze Solar-Potenzial jedes Daches im Kanton Appenzell Ausserhoden nachgeschlagen werden. Mit den externen Links im Energiedach-Ratgeber wird die Eignung zur Solarstromprodukton beziehungsweise zur Solarwärmeproduktion des gewünschten Objekts angezeigt.


Schritt 2: Rahmenbedingungen klären

Wenn das Solarstrompotenzial des Daches geklärt ist, müssen folgende Rahmenbedingungen geklärt werden:

  • Zustand des Daches: Ist eine Sanierung geplant?
  • Hält das Dach den neuen Belastungen stand?
  • Momentane und mögliche künftige Verschattung
  • Besteht die Gefahr eines Schneerutsches?
  • Wie wird die elektrische Energie ins Netz eingespeist?
  • Braucht es eine lokale Netzverstärkung?


Schritt 3: Finanzierung klären

Für die Finanzierung gibt es mehrere Möglichkeiten:

1) Der Dacheigentümer ist auch Eigentümer der Anlage (finanziert die Anlage selbst)

  • mit KEV (Kostendeckende Einspeisevergütung) kann die Anlage rentabel betrieben werden; der ökologische Mehrwert des Stroms wird "der Allgemeinheit" verkauft
  • mit EIV (Einmalvergütung) zahlt der Bund einmalig einen Beitrag an die Betreiber von kleinen Photovoltaik-Anlagen; der ökologische Mehrwert bleibt beim Betreiber
  • Die landwirtschaftliche Kreditkasse des Kantons gewährt unter gewissen Voraussetzungen ein zinsloses Darlehen an maximal 50% der Investition

2) Der Dacheigentümer vermietet sein Dach

Mieter ist ein beliebiger Investor: In diesem Fall bietet der Investor einen Vorschlag für einen Mietvertrag an und informiert über weitere mögliche Rechtsformen.